Tscharser Waalweg nach Juval

Ort: Tschars - Juval
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich: ja
Länge: 5,5 km (1 Strecke)
Höhenunterschied: 400m (+100m Schloss Juval)
Gehzeit: 1,5 - 2 Stunden (1 Strecke)
Einkehrmöglichkeiten Sonnenhof, Schlosswirt, Unterortl
Sitzgelegenheiten einige
Rundwanderweg nein, mit Stabener Waalweg zu einem Rundwanderweg kombinierbar
Kinderwagen gerecht nein
Nordic Walking/Joggen ja
Weitere Wege in der Nähe Kakteenweg, Rundwanderweg Schloss Juval, Stabener Waalweg
Waal sichtbar ja
Begehbar Frühjahr - Sommer - Herbst

Wegbeschreibung

Mit einer Gesamtlänge von 11 Kilometer ist der Tscharser Waalweg der zweitlängste Waalweg Südtirols und der längste im gesamten Vinschgau. Startpunkt ist der Parkplatz im Dorfzentrum Tschars unterhalb der Pfarrkirche. Dort können Sie Ihr Fahrzeug gratis parken oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln direkt bis zum Parkplatz fahren. Von dort aus geht es ein kleines Stück dem Gehweg neben der Straße entlang. Nach einigen Metern biegt an der alten Mühle nach rechts der Weg Nummer 1A ab, den Sie folgen sollen. Der Weg ist gut beschildert und deshalb leicht zu finden. Der idyllische Tscharser Waalweg führt vom Tscharser Sonnenberg bis zum ca. 5 Kilometer entfernten Schloss Juval. Um den Waalweg am Sonnenberghang zu erreichen, müssen zuerst einige Höhenmeter überwunden werden. An der darauffolgenden beschilderten Gabelung können Sie den Weg entlang der Straße aufwärts nehmen oder rechts zum Wiesenweg durch die Weinreben abbiegen. Bei beiden Wegen gelangen Sie auf den Tscharser Waalweg. Mit dem Weg entlang der Straße gelangen Sie nach ca. 10 Minuten auf den Waalweg, dort wo sich eine Waalschelle befindet. Dieser verläuft allerdings steil aufwärts. Der Wiesenweg verläuft nicht so steil, hier gelangen Sie einige Meter weiter vorne auf den Waalweg, sodass die Waalschelle nur noch von weitem zu hören ist.

Nach einer halben Stunde und ca. 400 überwundenen Höhenmetern, erreichen Sie den Waalweg. Am Wanderweg angekommen verläuft der Pfad gemütlich unter schattigen Laubbäumen entlang der Trockenhänge des Sonnenberges. Durch den etwas anspruchsvolleren Aufstieg und dem schmalen Weg ist dieser für Kinderwagen oder Kleinkinder nicht geeignet. Der Tscharser Waalweg steht in Verbindung mit dem Latschander Waalweg. So ist es möglich, vom nächstgelegenen Ort Kastelbell aus zu starten und nach ca. einer Stunde zum Tscharser Waalweg zu gelangen.

Nach einer Stunde vom Startpunkt aus (Parkplatz Dorfzentrum Tschars) erreichen Sie Broateben, eine weitläufige Grünfläche mit einigen Schatten spendenden Bäumen, Tischen und Bänken, um sich auszuruhen. Dieser Rastplatz ist auch ideal für ein Picknick. Unterwegs sind laufend Sitzgelegenheiten zu finden.

Direkt bei Broateben rechts nach unten verläuft der Kakteenweg (3A). Dieser Weg führt bergab zum Stabener Waalwege, innerhalb 20 Minuten können Sie so wieder Tschars erreichen. Am Hang, welcher zum umliegenden Biotop gehört, werden in den Sommermonaten Temperaturen bis 70 Grad erreicht, welches ein optimales Klima für die sukkulenten Kakteen darstellt.

Der Tscharser Waalweg verläuft geradeaus weiter, am Kakteenweg vorbei. Dort finden Sie die charakteristischen Kastanienhaine. Der Kastanienbaum ist ein Symbolbaum für das südliche Klima. Er kommt aus Kleinasien und wurde in Südtirol schon vor der Römerzeit kultiviert. Ein alter Kastanienbaum dient als Mikrokosmos für hunderte Tierarten wie Käferlarven, Wildbienen, Schlupfwespen, Spechte, Eulen, Wiedehopf, Kleiber, Gartenrotschwanz, Siebenschläfer, Fledermäuse und Marder. Diese Tiere nutzen den Baum als Wohn- und Bruthöhlen. Vor der Verbreitung der Kartoffel dienten die Kastanie und ihr Mehl (Kastanienmehl) in den südlichen Voralpen der vielseitigen Verwendung. Zudem wird das Kastanienholz vielfach eingesetzt, da es auch naturbelassen sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Pilze und Wurmbefall ist.

Am Weg entlang können Sie einige typische Bestandteile eines Waals entdecken, wie zum Beispiel die Waalschelle am Beginn des Weges oder Waalrechen an einigen Stellen.

Nach 20 Minuten vom Broateben aus erreichen Sie Kratzegg. Hier bietet sich Ihnen ein atemberaubender Ausblick über den Talkessel. Dort finden Sie auch einige floristisch herausragende Raritäten, wie die Rispen-Flockenblume, den Rutenknorpellattich, die Gemeine Ochsenzunge, den Feld-Beifuß und den Sadebaum. Einige dieser Arten sind mit kleinen Schildern gekennzeichnet. Die intensive Sonneneinstrahlung am Hang und der berüchtigte „Oberwind“ tragen zur Austrocknung der seichten, humusarmen Böden bei. Deshalb ist in diesem Gebiet eine außerordentlich artenreiche Steppenvegetation zu finden, die sich an die Dürre, den Bodentemperaturen von 70 Grad im Sommer und den tiefen Frost durch fehlender Schneedecke im Winter sehr gut angepasst hat durch dichte Horste, tiefe Wurzen, Wasserspeicher in den Blättern, Wachsüberzug und Behaarung als Verdunstungsschutz und Reflexion der Sonnenstrahlen und unterirdische Zwiebeln als Speicherorgane. Durch dieses Klima und der einzigarten daraus resultierenden Flora bietet der Tscharser Waalweg auch ein Exkursionsziel für Kleingruppen, sei es schulisch als auch universitär. Zu Beginn und am Ende des Waalweges finden Sie zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, wie beispielsweise das Panoramahotel und Restaurant Himmelreich in Tschars oder die Jausenstation Sonnenhof, welche Sie nach ca. 1,5h erreichen und an welcher der Tscharser Waalweg endet. Dort gelangen Sie an eine Gabelung, an der Sie links nach oben abbiegen können um nach 100 überwundenen Höhenmetern zum Schloss Juval zu gelangen. Die Sommerresidenz des Extrembergsteigers Reinhold Messner beherbergt eine umfangreiche Tibetikasammlung, die Bergbildgalerie, die Maskensammlung aus 4 Kontinenten, den Expeditionskeller und noch vieles mehr – der Aufstieg lohnt sich! (Eintrittspreise: 9 Euro Erwachsene, 4 Euro Kinder, 20 Euro Familienkarte)

Oben angelangt, finden Sie auch dort einige Einkehrmöglichkeiten und Betriebe, an welchem Sie südtiroler Bergbauernprodukte wie Käse in der Hofkäserei Schlossbauer und Wein beim Oberschlossbauer oder Unterortl erwerben können. Einige tierische Bauernhofbewohner wie Ziegen und Schafe erwarten dort Groß und Klein. Zurück geht es über den Vinschger Höhenweg, einmal um das Schloss herum in Richtung Schnalstal. Am Gasthaus Schlosswirt, die mit einer alten Bauernstube sowie dem kleinen Felsenkeller zur Einkehr einlädt und sich unterhalb des Schlosses befindet, biegen Sie nach rechts auf den botanischen Rundgang ab, welcher zurück zur Jausenstation Sonnenhof am Tscharser Waalweg führt. Auch auf diesem Weg sind einige Attribute eines Waalweges zu finden, wie ein bemerkenswertes Waalerhaus mit einer Waalschelle oder die kurz darauf folgende Waalrinne. An der Gabelung angekommen, gelangen Sie von dort aus auf dem bereits begangenen Weg zurück nach Tschars oder Sie spazieren über den Weg Nr. 1 zum darunterliegenden Stabener Waalweg, welcher direkt am Gasthof Himmelreich vorbei zurück nach Tschars führt. So können Sie den Tscharser Waalweg mit dem Stabener Waalweg zu einem Rundwanderweg kombinieren.

 

Unser Tipp: Über den Tscharser Waalweg nach Juval - den Rundwanderweg hoch zum Schloss Juval - entlang des Stabener Waalweges zurück nach Tschars – kurz vor Tschars auf den Kakteenweg 3A hinauf abbiegen und das letzte Stück am Tscharser Waalweg entlang zurück ins Dorf Tschars.

Eindrücke

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Karte mit GPS Daten: Waalweg Tschars - Juval

Algunder Waalweg